Stellungnahmen

Armut hat ein junges Gesicht.

BAG KJS fordert Chancengerechtigkeit für alle jungen Menschen anlässlich der Veröffentlichung des 5. Armuts- und Reichtumsberichts.

Das Bundeskabinett hat den 5. Armuts- und Reichtumsbericht verabschiedet. Dieser belegt erneut Handlungsbedarf, denn Deutschland bleibt ein in vieler Hinsicht gespaltenes Land. Einkommen und Vermögen sind in Deutschland ungleich verteilt. Die Armutsquote verharrt auf hohem Niveau. Manche Personengruppen sind besonders häufig von Armut und Ausgrenzung bedroht. Dazu zählen insbesondere Kinder und Jugendliche. Im Jahr 2014 waren 5 Prozent der deutschen Bevölkerung von erheblicher materieller Not betroffen. 3,7 Millionen unter 18-Jährige haben schlechte Startchancen; Armut und Arbeitslosigkeit sind die Hauptprobleme. Über 1,5 Millionen 18- bis 25-Jährige sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen oder bedroht. Jeder fünfte junge Mensch wächst in Armut auf und hat mit den Folgen zu kämpfen. Die BAG KJS macht sich seit Jahren stark im Kampf gegen Jugendarmut. In unserem aktuellen Positionspapier fordern wir die politischen Entscheider/-innen auf, die Vererbung von Armut zu durchbrechen, ein gesetzlich verankertes Recht auf Ausbildung einzuführen und die besonders harten Sanktionen gegenüber jungen Menschen im Hartz IV-Bezug abzuschaffen.

Das Positionspapier der BAG KJS lesen:

Deutscher Caraitsverband fordert sogenannte „entkoppelte“ Jugendliche in den Blick nehmen

Berlin, 30.12.2016 Stellungnahme des Deutschen Caritasverbandes zum Entwurf des 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung
Der Entwurf des 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung zeigt erneut, dass in Deutschland eine große Zahl von Menschen ein hohes Armutsrisiko aufweist. Die Zahlen haben sich seit dem letzten Bericht sogar leicht erhöht. Besonders bedenklich ist, dass die verfügbaren Daten darauf hindeuten, dass die Zahl der Wohnungslosen zugenommen hat.

Der Bericht zeigt auch erneut den engen Zusammenhang von schlechten Bildungschancen und Armut. Trotz steigender Ausgaben im Bildungsbereich sind Bildungsaufstiege vom niedrigsten zum höchsten Bildungsstatus weiterhin eher selten und werden nur von 10 Prozent der Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsstatus erreicht. Der Aufstieg aus unteren Positionen in der Gesellschaft wird durch ein geringes Bildungsniveau und einen fehlenden Berufsabschluss, geringen Beschäftigungsumfang oder Arbeitslosigkeit sowie die alleinige Erziehungsverantwortung für Kinder erschwert.

Bei einer insgesamt erfolgreichen Beschäftigungspolitik gibt es weiterhin eine hohe Sockelarbeitslosigkeit bei Langzeitarbeitslosen. 46,3 Prozent der Hartz IV Beziehenden sind länger als vier Jahre im Leistungsbezug.

Auch wenn der Bericht alarmierende Fakten belegt, lassen konkrete Handlungsvorschläge auf sich warten. Das Problem der "verdeckten Armut" greift der Bericht nicht auf. Das Ausmaß der Vermögensungleichheit berücksichtigt der Bericht unzureichend.

Die Caritas-Stellungnahme lesen:

BAG KJS fordert: Gemeinsam Ausgrenzung verhindern!

Angesichts der Tatsache, dass der Anteil der von Armut betroffenen und bedrohten Jugendlichen und jungen Erwachsenen stetig wächst, hat die BAG KJS die Frage "was wirkt?" ins Zentrum der Jugendarmutskonferenz 2013 gestellt.

Die 18- bis 24jährigen sind mit 23,4 Prozent die am stärksten von Armut bedrohte Altersgruppe. Das bestätigt auch der vierte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Über 1,5 Millionen junge Menschen bis 35 Jahre sind ohne Ausbildung. Ein Großteil Jugendlicher, die sich mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit (BA) um einen Ausbildungsplatz bemüht haben, scheinen verschollen. Über rund 96.000 von ihnen liegen der BA keine Informationen über den Verbleib vor und zunehmend junge Menschen geraten in die Wohnungslosigkeit. Dagegen will die Initiative Jugend(ar)mut etwas unternehmen.

Die Jugendarmutskonferenz 2013 hat ausgehend von diesen Problemlagen in einem Abschlusskommuniqué (131kB) Herausforderungen und Handlungsansätze formuliert.

Caritas fordert mehr soziale Gerechtigkeit

Anlässlich der Behandlung des 4. Armuts- und Reichtumsberichts im Kabinett kritisiert der Deutsche Caritasverband (DCV) die gestiegene Ungleichheit der Vermögensverteilung in Deutschland. Die Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe belegen, dass hier die Schere zwischen Arm und Reich in den vergangenen Jahren weiter auseinandergegangen ist. Eine wachsende Vermögensungleichheit gefährde die Solidarität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Notwendig seien auch präventive Maßnahmen und solidarisches Handeln. „Wir brauchen Menschen, die sich vor Ort engagieren und zum Beispiel benachteiligte Jugendliche auf ihrem Weg in den Beruf begleiten“, macht Caritaspräsident Peter Neher deutlich. Solidarität mit schwächeren Menschen bedeute auch, die Probleme der Menschen wahrzunehmen, die unter besonderen sozialen Schwierigkeiten leiden. „Ein Armutsbericht, welcher die soziale Lage von Asylbewerbern, Menschen in Duldung oder der aufenthaltsrechtlichen Illegalität ausblendet, ist lückenhaft“, kritisiert Neher.

Der Deutsche Caritasverband hat eine ausführliche Stellungnahme (1918kB) zum 4. Armuts- und Reichtumsbericht heraus gegeben.

Kolpingwerk Diözesanverband Hildesheim verabschiedet Erklärung: "Du bist uns wichtig! Jeder Jugendliche braucht eine Chance"

Jugendliche, die keinen Schulabschluss erwerben und keine Berufsausbildung erlangen, haben nur geringe Chancen, ihren auskömmlichen Lebensunterhalt außerhalb von staatlichen Leistungen zu sichern. Sie sind vielfach in unserer Gesellschaft ausgegrenzt, fühlen sich abgehängt und ohne Perspektive. Im Interesse der betroffenen benachteiligten Jugendlichen und jungen Menschen ist es notwendig, frühzeitig und nachhaltig Hilfen anzubieten. Kein junger Mensch darf auf dem Weg in das Berufsleben verlorengehen!

Die Ursachen für die auftretenden Probleme sind vielfältig, sie liegen oft im
familiären, sozialen oder schulischen Umfeld begründet. Daher ist es notwendig, entsprechend der Ursachen individuell und problemorientiert Lösungen zu suchen und zu finden. Dazu ist ein Zusammenwirken aller Institutionen, die für diese Problemlagen zuständig sind, notwendig. Ein frühzeitiges Erkennen von Erziehungs-und Schuldefiziten und Einleitung von Hilfsprogrammen verhindert später notwendige Maßnahmen.

Um die Situation benachteiligter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener zu verbessern formuliert die Duderstädter Erklärung notwendige Maßnahmen: Erklärung: Du bist uns wichtig! (57kB)

Jugendarmut wirksam bekämpfen. BAG KJS fordert Umdenken bei der SGB II-Reform

Der vorliegende Gesetzentwurf zur Reform des SGB II und XII verschärft die Situation von Jugendlichen, die von Armut betroffen sind. In ihrer aktuellen Stellungnahme kritisiert die Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V. den Referentenentwurf.
Zur Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen fordert die BAG KJS die Bundesregierung auf,
  • Bildungs- und Teilhabeleistungen diskriminierungsfrei zu gestalten
  • die Steuerungsfunktion von Bildungs- und Teilhabeleistungen der Jugendhilfe zu übertragen
  • die Regelbedarfsberchnung für junge Menschen vom tatsächlichen Bedarf abzuleiten
  • Jugendliche nicht härter als Erwachsene zu sanktionieren

Stellungnahme Jugendarmut wirksam bekämpfen

Kommuniqué "Damit Wandel gelingt..."

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) versteht das vorliegende Kommuniqué „Damit Wandel gelingt …“ als einen Beitrag zum strukturierten Dialog für die Zielgruppe benachteiligter Jugendlicher im Rahmen der Umsetzung der EU Jugendstrategie. Ausgehend vom Europäischen Symposium der BAG KJS „Damit Wandel gelingt“ vom 29.September bis 1.Oktober 2010 in Berlin, fordert Katholische Jugendsozialarbeit in dem Kommuniqué adäquate Unterstützung benachteiligter Jugendlicher. Alle jungen Menschen haben Anrecht auf ein selbstbestimmtes und eingenständiges Leben. Die Voraussetzung dafür zu schaffen, ist eine gesamtgesellschafltiche Aufgabe. Ein gesundes Aufwachsen mit ausreichnder materieller und sozialer Förderung soll für alle Jugendlichen ermöglicht werden. Hilfebedürftige Menschen düfen nicht an den Rang gedrängt werden oder durch die Maschen aller Netze fallen.

Kommunique_Damit_Wandel_gelingt.pdf (27kB)

Kommunique_Let_change_succeed___EN.pdf (27kB)

BDKJ: Armut hat ein junges Gesicht

Als Dachverband der katholischen Kinder- und Jugendverbände bringt sich der BDKJ seit vielen Jahren in die Diskussion um die soziale Gestalt der Gesellschaft in Deutschland und darüber hinaus ein. Mit Blick auf die Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, ihre Bedürfnisse und ihre Lebenschancen setzt sich der BDKJ auf der Grundlage der christlichen Soziallehre für alle Kinder und Jugendlichen ein, um ihre Situation und ihre Zukunftsperspektiven und damit die Zukunftsperspektiven der Gesellschaft zu erhalten und zu verbessern.

zum Beschlusstext (59kB)

Caritas: Zero Poverty - Gemeinsam gegen Armut

Der Deutsche Caritasverband macht in diesem Positionspapier zum Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung konkrete Vorschläge für eine strukturelle Verbesserung der Situation benachteiligter Menschen in Deutschland.

zum Blog "Zero Poverty - gemeinsam gegen Armut"

Caritas: DCV-Vorschlag zur Bekämpfung der Kinderarmut

Der Deutsche Caritasverband macht Vorschläge zur gelingenden Bekämpfung von Kinderarmut.

neue_caritas17_08_Spezial_Kinderarmut.pdf (3901kB)

Kontakt

Bundesarbeitsgemeinschaft
Katholische Jugendsozialarbeit
(BAG KJS) e.V.

Telefon: 0211 94485-0
bagkjs@jugendsozialarbeit.de

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Informieren Sie sich auf unserer Webseite, wo wir Ihnen sowohl unsere Arbeit als auch unsere Mitgliedsorganisationen in aller Ausführlichkeit vorstellen: www.bagkjs.de

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Die BAG KJS recheriert und bewertet fortlaufend die neuesten Informationen aus dem Handlungsfeld Jugendsozialarbeit und den angrenzenden Tätigkeitsfeldern. Diese Informatinen publizieren wir in unserem wöchentlich erscheinenden Newsletter sowie auf unserer Webseite: www.bagkjs.de

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